Lehrveranstaltungen

Sommersemester 2020

Im Sommersemester 2020 nehme ich ein Forschungssemester wahr. Alle wichtigen Leistungen können Sie trotzdem erbringen! Bei Fragen oder Problemen wenden Sie sich bitte an Frau Dr. Karl.

Lehrveranstaltungen im SoSe 20

Hauptseminare Sprachwissenschaft Russistik und Polonistik, russische Sprachgeschichte
Finden regulär statt und werden von Frau Dr. Karl angeboten.

Vorlesung Sprachwissenschaft Russistik und Polonistik
Findet nicht statt. Bitte besuchen Sie die Vorlesung im WS 2020/21.

Forschungskolloquium
Findet nicht statt. Bitte besuchen Sie das Forschungskolloquium im WS 2020/21.

Prüfungen im SoSe 20

  • Anmeldungen für eine mündliche Prüfung im Prüfungsblock 15.6.-26.6.: In meinen Sprechstunden am Di 18.2. 11-12 || Di 3.3. 15-16 || Di 17.3. 11-12 || Di 24.3. 10-11
  • Durchführung der mündlichen Prüfung im Prüfungsblock 15.6.-26.6.: Findet etwas später statt, nämlich am 7.7.
  • Anmeldung für die Klausur am 20.7.: In meinen Sprechstunden am Di 18.2. 11-12 || Di 3.3. 15-16 || Di 17.3. 11-12 ||
  • Anmeldungen für eine mündliche Prüfung im Prüfungsblock 21.9.-9.10.: am 7.7.20

 

Wintersemester 2019/20

Kommentare zu den Veranstaltungen im WS 19/20

Vorlesung: Zeit in der Sprache, Mi 10-12 Uhr

Zielgruppe: Studierende der Slavischen Philologie (B.A., M.A.) mit dem Schwerpunkt Polonistik oder Russistik

Zeit ist ein Phänomen, das nicht nur das Leben, sondern auch die Sprache auf unterschiedlichsten Ebenen durchdringt. In dieser Vorlesung geht es darum, wie Sprachen, hier besonders das Russische und Polnische, Zeit wiedergeben: Welche sprachlichen Mittel zum Ausdruck von Zeit und zeitlichen Verhältnissen gibt es und welche Konzepte, d.h. Vorstellungen von Zeit, liegen diesen sprachlichen Mitteln zugrunde? Welche Alltagserfahrungen schlagen sich in den Versprachlichungen nieder? In der Vorlesung werden die folgenden drei Bereiche behandelt: 1. Zeitkonzepte und Kulturgeschichte der Zeit, 2. Lexik der Zeit, 3. Grammatik der Zeit. Voraussetzung für einen Teilnahmenachweis ist die Bearbeitung von Aufgaben, die im Laufe des Semesters bekannt gegeben werden.


Lektüretipps:

  • Anstatt, T. (1996): ‚Zeit‘. Motivierungen und Strukturen der Bedeutungen von Zeitbezeichnungen in slavischen und anderen Sprachen, München
  • Jachnow, H. / Wingender, M. (eds.) (1995): Temporalität und Tempus: Studien zu allgemeinen und slavistischen Fragen, Wiesbaden
  • Szadura, Joanna (2017): Czas jako kategoria językowo-kulturowa w polszczyźnie, Lublin

Hauptseminar: Stimme – Laut – Sprache (am Beispiel des Russischen und Polnischen), Blockseminar

Zielgruppe: Studierende der Slavischen Philologie (B.A., M.A.) mit dem Schwerpunkt Polonistik oder Russistik

Bei jeder Verwendung gesprochener Sprache setzen wir unsere Stimme und unsere Sprechwerkzeuge ein – und werden uns ihrer wichtigen Rolle dennoch meist nur bei Störungen etwa durch eine Erkältung bewusst. Im Seminar beschäftigen wir uns eingehend mit dieser grundlegenden Ebene der Sprache und beziehen die Betrachtungen jeweils soweit möglich auf das Russische und Polnische.

Der erste thematische Block gilt der Beschaffenheit von Lauten im Allgemeinen und sprachlichen Lauten im Besonderen. Wir befassen uns mit den physiologischen und physikalischen Grundlagen der Lautproduktion und lernen technische Hilfsmittel kennen, mit denen wir Laute sichtbar machen und analysieren können.

Im zweiten thematischen Block geht es um die spezifischen Eigenschaften von sprachlichen Lauten: Welche Eigenschaften haben sprachliche Laute allgemein und die Laute des Russischen und Polnischen im Besonderen? Wie erwerben kleine Kinder die Lautsysteme der beiden Sprachen? Welche Merkmale machen deutschen Fremdsprachenlerner*innen des Polnischen bzw. Russischen Schwierigkeiten und warum?

Der dritte thematische Block widmet sich der Stimme. Wir betrachten zunächst Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Stimmen von Menschen und Tieren sowie physiologisch bedingte Merkmale menschlicher Stimmen (z.B. die Unterschiede zwischen Stimmen von Männern, Frauen und Kindern). Danach setzen wir uns mit kulturell und psychologisch bedingten Stimm-Merkmalen auseinander: Wie unterscheidet sich beispielsweise die russische von der deutschen Sprechstimmführung? Wie spiegeln sich Gefühle in der Stimme wider? Was macht die Singstimme gegenüber der Sprechstimme aus? Auch die Rolle von Tonhöhe in der Sprache im Vergleich zum Gesang wird uns in diesem Zusammenhang beschäftigen.

Abschließend wenden wir uns der Versprachlichung von Stimm-Merk­malen zu: Was verraten uns synästhetische Metaphern (dunkles Timbre, samtige Stimme, scharfer Tonfall usw.) über unsere Wahrnehmung von Stimme und Lauten?

Lektüretipps:

  • Mathelitsch, Leopold 2000 (2.) Die Stimme. Instrument für Sprache, Gesang und Gefühl, Wien
  • Pompino-Marschall, Bernd 2009 (3.) Einführung in die Phonetik, Berlin u.a.

Hauptseminar: Genderlinguistik des Polnischen und Russischen, Fr 10-12 Uhr

Zielgruppe: Studierende der Slavischen Philologie (B.A., M.A.) mit dem Schwerpunkt Polonistik oder Russistik

Sprechen Frauen anders als Männer? Stimmt es, dass sie mehr Farbbezeichnungen kennen, weniger fluchen, mehr Fragen stellen und die grammatischen Normen eher einhalten? Im Seminar werden wir uns mit Studien beschäftigen, die versuchen, solche Unterschiede systematisch zu untersuchen. Doch der Themenkreis der Genderlinguistik besteht nicht nur in unterschiedlichen Sprechweisen der Geschlechtern, sondern auch darin, wie die Sprache sich auf diese bezieht: Wir werden uns daher in einem zweiten thematischen Block damit beschäftigen, wie sich das „natürliche Geschlecht“ (Sexus) in der polnischen bzw. russische Sprache niederschlägt. Hierzu gehört die Frage danach, über welche Ausdrücke zur Bezeichnung von Frauen und von Männern diese beiden Sprachen verfügen und wie sie gebildet werden; ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Verhältnis von Sexus zum „grammatischen Geschlecht“ (Genus). In diesem Zusammenhang werden wir uns auch aus psycholinguistischer Perspektive mit der Wahrnehmung dieser Ausdrücke beschäftigen: Welche Rolle spielt die sprachliche Sichtbarkeit des Sexus für die Wahrnehmung von Männern und Frauen? Dabei werden wir auch die Frage diskutieren, wie und ob das sog. Gendern (im Deutschen z.B. die Teilnehmer/innen, Teilnehmer*innen… oder neu der Teilnehmer (m/w/d)) generell und speziell in den slavischen Sprachen sinnvoll und anwendbar ist.

Lektüretipps:

  • Karwatowska, M. / Szpyra-Kozłowska, J. (2005): Lingwistyka Płci: on i ona w języku polskim. Lublin.
  • Kotthoff, Helga / Nübling, Damaris (2018): Genderlinguistik. Eine Einführung in Sprache, Gespräch und Geschlecht. Tübingen.
  • Tafel, Karin (1997): Die Frau im Spiegel der russischen Sprache, Wiesbaden

Oberseminar: Empirische Forschungen zur Mehrsprachigkeit, Di 14-16 Uhr

Zielgruppen:

  • Studierende in der Abschlussphase des Masters Slavische Philologie mit linguistischem Schwerpunkt
  • Studierende des Masters "Empirische Mehrsprachigkeitsforschung"

Ziel der Veranstaltung ist die systematische Vorbereitung auf ein eigenes Masterarbeits-Projekt. Im Zentrum steht die kritische Auseinandersetzung mit dem methodischen Handwerkszeug, das für empirisches Arbeiten notwendig ist. Im ersten Teil des Semesters werden wir empirische und analytische Methoden am Beispiel der Mehrsprachigkeitsforschung erörtern und besprechen, welche Verfahren sich prinzipiell für welche Art von Fragestellung eignen und wo ihre Grenzen liegen. Dazu werden wir uns einerseits mit Literatur beschäftigen, die Hinweise zur Forschungsmethodik gibt, andererseits werden wir empirische Studien lesen und ihre Methodik diskutieren. Im zweiten Teil des Semesters erarbeiten die Studierenden eine empirische Fragestellung und die dafür notwendigen Methoden und führen eine Pilotstudie durch, um diese zu überprüfen.

Lektüretipps:

  • Albert, R. / Marx, N. 2014 (2.) Empirisches Arbeiten in Linguistik und Sprachlehrforschung: Anleitung zu quantitativen Studien von der Planungsphase bis zum Forschungsbericht, Tübingen
  • Schmid, M. 2011 Language attrition, Cambridge (GB) u.a.

Forschungskolloquium Slavistische Linguistik, Fr 12-14 Uhr

Zielgruppe: Studierende in der Abschlussphase des Masters Slavische Philologie mit linguistischem Schwerpunkt; offen für alle linguistisch Interessierten

Gegenstand des Forschungskolloquiums ist die Präsentation von eigenen Forschungs­arbeiten. Es richtet sich an alle Studierenden und Lehrenden des Instituts, die sich für aktuelle Themen und Methoden der slavistischen Sprachwissenschaft interessieren und den Austausch hierüber pflegen möchten. Die Beteiligten sind dabei einerseits fortgeschrittene Studierende der M.A.-Phase, die einen linguistischen Schwerpunkt gewählt haben. Für diese ist der Besuch des Forschungskolloquiums im Rahmen des Moduls “Forschendes Lernen” obligatorisch. Sie stellen hier ihre Masterarbeit als “work in progress” vor, es wird daher dringend empfohlen, das Forschungskolloquium parallel zur Masterarbeit zu besuchen. Außerdem nehmen postgraduierte slavistische LinguistInnen teil, die hier ihre Dissertationsprojekte oder andere größere Forschungsvorhaben präsentieren. Darüber hinaus werden mehrmals pro Semester Gäste eingeladen, sodass die TeilnehmerInnen auch mit Forschungen bekannt werden, die außerhalb von Bochum durchgeführt werden.

Im Zentrum stehen in jedem Fall linguistische Methoden: Leitfrage ist, welche Methode jeweils in der Untersuchung angewendet wird, was bei der Durchführung zu beachten ist und wo Probleme entstehen können. Auch thematisch dem eigenen Gebiet ferner liegende Forschungsthemen können dadurch sehr gut zu Fragen der eigenen Arbeit in Bezug gesetzt werden.