Lehrveranstaltungen

Sommersemester 2017

Wintersemester 2017/18

Unter Vorbehalt – Änderungen möglich

Kommentare zu den Lehrveranstaltungen

Vorlesung: Zeit in der Sprache (SoSe 2017)

Zeit ist ein Phänomen, das nicht nur das Leben, sondern auch die Sprache auf unterschiedlichsten Ebenen durchdringt. In dieser Vorlesung geht es darum, wie Sprachen, hier besonders das Russische und Polnische, Zeit wiedergeben: Welche sprachlichen Mittel zum Ausdruck von Zeit und zeitlichen Verhältnissen gibt es und welche Konzepte, d.h. Vorstellungen von Zeit, liegen diesen sprachlichen Mitteln zugrunde? Welche Alltagserfahrungen schlagen sich in den Versprachlichungen nieder? In der Vorlesung werden die folgenden drei Bereiche behandelt: 1. Zeitkonzepte und Kulturgeschichte der Zeit, 2. Lexik der Zeit, 3. Grammatik der Zeit. Voraussetzung für einen Teilnahmenachweis ist die Bearbeitung von Aufgaben, die im Laufe des Semesters bekannt gegeben werden.

Literaturtipps:

  • Anstatt, T. (1996): ‚Zeit‘. Motivierungen und Strukturen der Bedeutungen von Zeitbezeichnungen in slavischen und anderen Sprachen, München
  • Jachnow, H. / Wingender, M. (eds.) (1995): Temporalität und Tempus: Studien zu allgemeinen und slavistischen Fragen, Wiesbaden
  • Lewandowska-Tomaszczyk, B. (ed.) (2016) Conceptualizations of Time, Amsterdam

Hauptseminar mit Exkursion: Das Obersorbische und seine Sprachsituation (SoSe 2017)

Das Ober- und Niedersorbische sind slavische Mikrostandardsprachen, die seit dem frühen Mittelalter im heutigen Sachsen und Brandenburg gesprochen werden. Sie genießen heute in Deutschland den Status anerkannter Minderheitensprachen.

Im Rahmen des Exkursionsseminars werden wir uns intensiv und aktiv mit der Situation des Obersorbischen beschäftigen. Wir wollen uns nicht nur theoretisch mit seinen Sprachstrukturen und der Sprachsituation auseinandersetzen, sondern diese auch direkt in Bautzen, der historischen Hauptstadt der Oberlausitz, und deren Umgebung kennenlernen.

Das Seminar wird aus drei Sitzungen zu Beginn des Semesters (28.04., 19.05., 02.06., jeweils von 14-16 Uhr) und einer Exkursion in die Oberlausitz vom 06.06. bis 12.06.2017 (ab Dienstag der Pfingstferien bis zum darauffolgenden Montag) bestehen. Gegenstand des Seminars wird neben einem Crashkurs Obersorbisch und einem Überblick über seine Geschichte vor allem seine aktuelle Situation sein: Wo ist diese westslavische Sprache heute noch lebendig? Wie wird sie – z.B. in Kindergärten und Kirchen ­– verwendet und gefördert? Wie werden Sprecher/innen und Sprache in der Region wahrgenommen? Dies werden wir auf der Exkursion durch Gespräche und Besuche bei verschiedenen Organisationen und Einrichtungen (etwa einer bilingualen KiTa und eines sorbischen Gottesdienstes) erforschen. Neben Grup­penaktivitäten werden die Studierenden auch selbstständige Feldforschung in Form von Interviews betreiben.

Das Exkursionsseminar bietet den Teilnehmer/innen eine Erweiterung des slavistischen Horizonts und einen Einblick in die Sprache und Kultur der einzigen autochthonen Sprechergruppe einer lebendigen slavischen Sprache in Deutschland.

Anmeldung: Die Anmeldefrist ist im November 2016 abgelaufen.

Linktipps:

  • Hier finden Sie die 5-minütige Doku „Die Sprache der Sorben“: Hören Sie  Obersorbisch und erfahren Sie etwas über eine Familie, in der die Kinder Sorbisch als erste Sprache lernen. Wenn Sie selbst mehrsprachig sind, werden Sie sicher vieles wiedererkennen!
  • Die 30-minütige Dokumentation „Die Sorben – Ein Volk zwischen Märchen und Moderne“ (Youtube) gibt einen schönen und anschaulichen Überblick über Geschichte und Gegenwart der Sorbinnen und Sorben, und auch die sorbische Sprache ist im Film hier und da zu hören.
  • Das Sorbische Institut (serbski institut) ist eine wichtige Größe in der Erforschung von Sprache, Geschichte und Kultur der Sorben.
  •  In dieser besonders schönen Jugendherberge in Bautzen werden wir wohnen.

Literaturtipps:

  • Lewaszkiewicz, T. 2002 Obersorbisch, in: Okuka, M. (ed.): Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens, Klagenfurt, 343-355 (für einen kurzen Überblick)
  • Ratajczak, C. 2011 Vom Image einer Minderheitensprache. Erfahrungen und Einstellungen Bautzener Schüler zum Sorbischen, Bautzen
  • Scholze, L. 2007 Das grammatische System der obersorbischen Umgangssprache im Sprachkontakt, Bautzen
  • Schulz, J. 2009 Das Sorbische als Minderheitensprache: Last oder Herausforderung?, in: Neben Deutsch, in: Stolz, Ch. (ed.): Die autochthonen Minderheiten- und Regionalsprachen Deutschlands, Bochum, 103–120

Hauptseminar: Pij mleko. Będziesz Wielki! – Polnische Werbesprache (SoSe 2017)

Im Alltag begegnet uns regelmäßig Sprache, die zielgerichtet und manipulativ eingesetzt wird, um Image und Bekanntheit von Produkten oder Personen zu fördern oder bestimmte Verhaltensweisen auszulösen – die sogenannte Werbesprache. Beim Titelbeispiel Pij mleko. Będziesz Wielki! handelt es sich um einen Slogan aus einer der bekanntesten polnischen Kampagnen der jüngeren Zeit – einer Gesundheitskampagne zur Erhöhung des Milchkonsums, die die polnische Regierung 2002 initiierte.

Werbesprache weist eine ganze Reihe von charakteristischen Merkmalen auf. Eines der auffälligsten ist – wie im gezeigten Beispiel – die Verwendung von Slogans als besonders gut memorierbaren Einheiten. Andere häufige Eigenschaften sind die Verwendung von Eigennamen oder von entlehntem Sprachmaterial. Im Seminar werden wir uns unter verschiedenen Gesichtspunkten mit der Funktionsweise der polnischen Werbesprache beschäftigen. Zunächst wollen wir danach fragen, welche Arten von Werbung und Werbesprache es gibt, wie die einzelnen Typen charakterisiert werden können und wie sie sich historisch entwickelt haben. Dann werden wir den Aufbau von Werbetexten genauer analysieren und auch betrachten, wie sie mit visuellem Material, wenn vorhanden, in Beziehung gesetzt werden (unser Beispiel-Slogan ist beispielsweise in einer wiedererkennbaren Weise als Word-Bild-Marke grafisch gestaltet, s. hier). Auf dem sprachlichen Level werden wir typische Kennzeichen der Werbesprache wie die gehäufte Verwendung von Imperativen, die Struktur von Slogans und andere rhetorische Strategien und auch die Beschaffenheit von Produktnamen untersuchen. Eine weitere Ebene der Betrachtung bildet die linguistische Teildisziplin der Pragmatik: Mit welchem Ziel werden die sprachlichen Mittel eingesetzt, wie sollen sie auf die Leserin bzw. den Hörer wirken? Wie wird die Orientierung auf bestimmte Zielgruppen (zum Beispiel Jugendliche oder Frauen) sprachlich umgesetzt? Einen wichtigen Aspekt in unserer Analyse von Werbesprache werden schließlich interkulturelle Vergleiche bilden: Wie unterscheidet sich originär polnischsprachige Werbung von Werbung in anderen Sprachen? Was geschieht sprachlich bei der Übertragung von Werbung aus anderen Kulturen ins Polnische (so wurde aus dem amerikanischen Coca Cola – the real thing! der polnische Slogan Coca Cola – to jest to!).

Bitte beachten Sie: Damit Sie teilnehmen können, müssen Sie ein linguistisches Proseminar mit einem Leistungsnachweis (also mit Hausarbeit) abgeschlossen haben.

Literaturtipps

  • Baj, B. 2015. Männerdiskurse in der deutschen und polnischen Anzeigenwerbung von 1995 bis 2009: Eine diskurslinguistische Analyse. Frankfurt/M.
  • Janich, N. 2013. Werbesprache: ein Arbeitsbuch.Tübingen
  • Kochan, M. 2002. Slogany w reklamie i polityce. Warszawa
  • Majnusz-Stadnik, M. 2014. Andere Länder, andere Werbestrategien: Phraseologismen und deren Modifikationen in den polnischen und deutschen Werbeanzeigen. Opole

Hauptseminar: Hallo, lošadka! Russisch-deutsche Zweisprachigkeit bei Kindern und Jugendlichen (SoSe 2017)

Was passiert, wenn ein Kind gleichzeitig Russisch und Deutsch lernt? Der zweisprachige Spracherwerb weist gegenüber dem einsprachigen eine Reihe von besonderen Umständen auf, die mit unterschiedlichen Theorien erklärt werden.

Besonders auffällig ist zum Beispiel, dass Kinder zu Beginn ihre Sprachen scheinbar wahllos mischen – dennoch weiß die Forschung inzwischen, dass Kleinkinder spätestens mit 3 Jahren zwischen ihren Sprachen sehr genau unterscheiden können. Im Verlaufe des Schulalters verändern sich die Parameter der Sprachverwendung – in aller Regel wird die deutsche Umgebungssprache dominant. Was geschieht dann mit dem Russischen? Und wie entwickelt es sich um jugendlichen Alter?

Im Seminar werden wir uns mit der Entwicklung der Bilingualität beginnend mt dem frühkindlichen Spracherwerb beschäftigen, aber auch den Verlauf der Sprachentwicklung bei älteren Kindern und Jugendlichen analysieren. Leitfragen werden dabei sein, wie die Rahmenbedingungen des Spracherwerbs im Vergleich zum monolingualen Spracherwerb aussehen, welche Bedingungen gegeben sein müssen, damit beide Sprachen stabil erworben werden und wie der typische Verlauf der Sprachentwicklung bei Kindern aus russischen Familien in Deutschland aussieht.

Bitte beachten Sie: Damit Sie teilnehmen können, müssen Sie ein linguistisches Proseminar mit einem Leistungsnachweis (also mit Hausarbeit) abgeschlossen haben.

Literaturtipps:

  • Anstatt, T. & E. Dieser (2007): Sprachmischung und Sprachtrennung bei zwei­spra­chigen Kindern (am Beispiel des russisch-deutschen Spracherwerbs). – In: Anstatt, T. (Hg.): Mehrsprachigkeit bei Kindern und Erwachsenen. Formen, Erwerb, Förderung, Tübingen, 139-162.
  • Romaine, S. (1995): Bilingualism. – Oxford.
  • Montrul, S. (2015): The acquisition of heritage languages, Cambridge

Forschungskolloquium Slavistische Linguistik (SoSe 2017)

Gegenstand des Forschungskolloquiums, das in jedem Semester abgehalten wird, ist die Präsentation und Diskussion von aktuellen Forschungsarbeiten. Im Zentrum steht die Vorstellung von Master-Arbeiten und Dissertationen der Teilnehmer/innen, denen dadurch auch Gelegenheit gegeben wird, Fragen und Probleme ihrer Arbeit in einem etwas größeren Kreis zu diskutieren. Alternativ können auch Vorstudien zu den eigenen Arbeiten oder aber eine in jüngerer Zeit erschienene linguistische Monografie präsentiert werden. Darüber hinaus hören wir auch Vorträge von Wissenschaftler/innen, die an unserem Institut oder an anderen slavistischen Einrichtungen tätig sind und die eingeladen werden, um ihre Forschungen mit uns zu teilen. Im Zentrum stehen in jedem Fall linguistische Methoden: Leitfrage ist, welche Methode jeweils in der Untersuchung angewendet wird, was bei der Durchführung zu beachten ist und wo Probleme entstehen können.

Wenn Sie eine linguistische M.A.-Arbeit schreiben wollen, sollten Sie diese Veranstaltung parallel zur Arbeit an diesem Projekt besuchen. Eine persönliche Anmeldung mit einem Gespräch über den besten Zeitpunkt für den Besuch des Kolloquiums ist daher obligatorisch. Wenn Sie eine linguistische M.Ed.-Arbeit planen, rate ich Ihnen zum Besuch des Kolloquiums, er ist aber freiwillig.

Vorlesung: Sprache erwerben, verstehen, produzieren – wie geht das? Psycholinguistik des Russischen und Polnischen (WS 2017/18)

Die Frage, mit der sich die Psycholinguistik beschäftigt, lautet: Was passiert, wenn wir sprechen und wenn wir Sprache hören, wie produziert und verarbeitet der Mensch Sprache? Besondere Aufmerksamkeit gilt in der Psycholinguistik dem Erwerb von Sprache: Wie kommen kleine Kinder zur Sprache, wie funktioniert Mehrsprachigkeit, wie erwirbt man Fremdsprachen? Psycholinguistische Forschung hilft, diese Prozesse zu verstehen und angemessen zu unterstützen.

Die Kenntnis der psycholinguistischen Grundlagen kann aber auch viele Eigenschaften der Sprache erklären. Besonders deutlich geworden ist dies zum Beispiel in der jüngeren Semantikforschung: Bedeutungen von Wörtern werden vom Menschen nicht als abstrakte Merkmalslisten abgespeichert, sondern als Konzepte mit besten Beispielen (sog. Prototypen). Ein ganz anderer Bereich, der der derzeit besonders in der russischen Psycholinguistik erforscht wird, ist das Funktionieren von sprachlichen Assoziationen, die mit Assoziationstests abgefragt werden können. Auch die Methodik, mit der die Psycholinguistik vorgeht, ist eine relevante Frage: Welche Wege gibt es überhaupt, um Erkenntnisse über Spracherwerb, -verwendung und -produktion zu gewinnen?

Dies alles sind Fragestellungen, die in der Vorlesung beleuchtet werden, wobei der Schwerpunkt auf slavistischer Forschung (v.a. zum Russischen und Polnischen) liegt.

Literaturtipps:

  • Rickheit, G. et al. 2007 Psycholinguistik, Tübingen
  • Frumkina, R.M. 2003 Psicholingvistika, Moskva
  • Fernández, E.M. & Smith Cairns, H. 2011 Fundamentals of Psycholinguistics, Chichester u.a.

Hauptseminar: Russisch – genau wie andere Sprachen oder ganz anders? Die russische Sprache aus typologischer Perspektive (WS 2017/18)

Die Sprachen der Welt unterscheiden sich stark im Bestand ihrer sprachlichen Mittel – sie verfügen über unterschiedliche Phoneminventare, verschiedene grammatische Kategorien bzw. unterschiedliche Ausprägungen der einzelnen Kategorien, verschiedene Wortstellungsregularitäten usw. Je nach Gruppierung dieser Merkmale werden die Sprachen in verschiedene Typen zusammengefasst. Dies ist der Gegenstand der linguistischen Typologie, deren Fragestellungen und Methoden der erste Abschnitt des Seminars gewidmet ist. Zweitens werden wir einen Überblick über die möglichen Varianten der wichtigsten Kategorien und Formbereiche gewinnen, etwa: Welche Ausprägungen der Kategorie Tempus gibt es? Haben alle Sprachen ein Futur? Aus der gewonnenen Perspektive soll dann das Russische betrachtet werden: Wo ähneln die Strukturen des Russischen denen anderer Sprachen, wo finden wir funktionale Ähnlichkeiten bei formalen Unterschieden, wo verfügt das Russische über spezifische Strukturen? Welcher Anteil ist typisch slavisch? Ist beispielsweise der Aspekt eine typisch russische bzw. typisch slavische Kategorie oder finden wir sie auch in anderen Sprachen? Und welche unterschiedlichen sprachlichen Mittel nutzen die Sprachen, um die Aspektkategorie auszudrücken? Aus dieser vergleichenden Perspektive beschäftigen wir uns mit grammatischen Kategorien, aber auch mit dem Wortschatz, zum Beispiel mit Farbbezeichnungen oder Wörtern für Verwandtschaftsbeziehungen.

Literaturtipps:

  • Pereltsvaig, A. 2012. Languages of the World. An Introduction, Cambridge
  • Vellupillai, V. 2012: An Introduction to Linguistic Typology, Amsterdam
  • The World Atlas of Language Structures (WALS) 2011 (wals.info)

Hauptseminar: Genderlinguistik des Polnischen (WS 2017/18)

Sprechen Frauen anders als Männer? Stimmt es, dass sie mehr Farbbezeichnungen kennen, weniger fluchen, mehr Fragen stellen und die grammatischen Normen eher einhalten? Im Seminar werden wir uns mit Studien beschäftigen, die versuchen, solche Unterschiede systematisch zu untersuchen. Doch der Themenkreis der Genderlinguistik besteht nicht nur in unterschiedlichen Sprechweisen der Geschlechtern, sondern auch darin, wie die Sprache sich auf diese bezieht: Wir werden uns daher in einem zweiten thematischen Block damit beschäftigen, wie sich das „natürliche Geschlecht“ (Sexus) in der polnischen Sprache niederschlägt. Hierzu gehört die Frage danach, über welche Ausdrücke zur Bezeichnung von Frauen und von Männern das Polnische verfügt und wie sie gebildet werden; ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Verhältnis von Sexus zum „grammatischen Geschlecht“ (Genus). In diesem Zusammenhang werden wir uns auch aus psycholinguistischer Perspektive mit der Wahrnehmung dieser Ausdrücke beschäftigen: Welche Rolle spielt die sprachliche Sichtbarkeit des Sexus für die Wahrnehmung von Männern und Frauen?

Literaturtipps:

  • Karwatowska, M. / Szpyra-Kozłowska, J. 2005 Lingwistyka Płci: on i ona w języku polskim. Lublin.
  • Klann-Delius, G. 2005 Sprache und Geschlecht. Stuttgart.

Oberseminar: Empirische Forschungen zur Mehrsprachigkeit (WS 2017/18)

Im Zentrum des Oberseminars steht die kritische Auseinandersetzung mit dem methodischen Handwerkszeug, das für empirisches Arbeiten notwendig ist. Im ersten Teil des Semesters werden wir empirische und analytische Methoden am Beispiel der Mehrsprachigkeitsforschung erörtern und besprechen, welche Verfahren sich prinzipiell für welche Art von Fragestellung eignen und wo ihre Grenzen liegen. Dazu werden wir uns einerseits mit Literatur beschäftigen, die Hinweise zur Forschungsmethodik gibt, andererseits werden wir empirische Studien lesen und ihre Methodik diskutieren. Im zweiten Teil des Semesters erarbeiten die Studierenden eine empirische Fragestellung und die dafür notwendigen Methoden und führen eine Pilotstudie durch, um diese zu überprüfen.

Literaturtipps:

  • Albert, R. / Marx, N. 2014 (2.) Empirisches Arbeiten in Linguistik und Sprachlehrforschung: Anleitung zu quantitativen Studien von der Planungsphase bis zum Forschungsbericht, Tübingen
  • Schmid, M. 2011 Language attrition, Cambridge (GB) u.a.

Forschungskolloquium slavistische Linguistik (WS 2017/18)

Leitung: Prof. Dr. Tanja Anstatt, Dr. Katrin Bente Karl

Gegenstand des Forschungskolloquiums ist die Präsentation von eigenen Forschungs­arbeiten. Es richtet sich an alle Studierenden und Lehrenden des Instituts, die sich für aktuelle Themen und Methoden der slavistischen Sprachwissenschaft interessieren und den Austausch hierüber pflegen möchten. Die Beteiligten sind dabei drei Gruppen von Personen:

  1. Für fortgeschrittene Studierende der M.A.-Phase, die einen linguistischen Schwerpunkt gewählt haben, ist der Besuch des Forschungskolloquiums im Rahmen des Moduls “Forschendes Lernen” obligatorisch. Sie stellen hier ihre Masterarbeit als “work in progress” vor.
  2. Das Forschungskolloquium kann im WS 2017/18 erstmals auch von interessierten B.A.-Studierenden in der Phase der Abschlussarbeit als Poolkurs besucht werden. Die B.A.-Studierenden haben ebenfalls die Möglichkeit, die Vorarbeiten zu ihrem B.A.-Projekt zu präsentieren und Austausch, Anregungen sowie methodische Unterstützung erhalten.
  3. Die dritte Gruppe von TeilnehmerInnen sind postgraduierte slavistische LinguistInnen, die hier ihre Dissertationsprojekte oder andere größere Forschungsvorhaben präsentieren. In diesem Zusammenhang werden mehrmals pro Semester Gäste eingeladen, sodass die TeilnehmerInnen auch mit Forschungen bekannt werden, die außerhalb von Bochum durchgeführt werden.

Im Zentrum stehen in jedem Fall linguistische Methoden: Leitfrage ist, welche Methode jeweils in der Untersuchung angewendet wird, was bei der Durchführung zu beachten ist und wo Probleme entstehen können. Auch thematisch dem eigenen Gebiet ferner liegende Forschungsthemen können dadurch sehr gut zu Fragen der eigenen Arbeit in Bezug gesetzt werden.