Projekte

Laufende Projekte


Gründung der Gruppe SPRACHE.TESTEN

SPRACHE.TESTEN ist eine fakultäts- und einrichtungsübergreifende Forschungs- und Praxisgruppe, die Kollegen und Kolleginnen aus verschiedenen Bereichen zusammenbringt, die sich mit unterschiedlichen Aspekten des Testens (primär fremdsprachlicher Kompetenzen) in Lehre und Forschung beschäftigen.

Wir organisieren eine Vortragsreihe mit Testexperten aus dem In- und Ausland und treffen uns regelmäßig, um laufende Entwicklungs- und Forschungsprojekte vorzustellen, sowie interessante Untersuchungen aus dem Bereich Testen fremdsprachlicher Kompetenzen zu besprechen.
Mehr Informationen unter: 

 

Zum ersten Mal in Russland (gemeinsam mit Dr. Julia Kukla, Mikhail Troistki-Schäfer)

Das Projekt zielt auf die Entwicklung verschiedener Kompetenzen und Strategien zur Bewältigung typischer Situationen bei einem Aufenthalt in Russland. Im Vordergrund stehen authentische und im Moodle-Kurs spielerisch nachgebildeten Situationen. Die rekonstruierten Situationen sind für das Zurechtfinden in Russland typisch, jedoch zugleich bereits auf den Stufen A1-A2 zu bewältigen. Das Alleinstellungsmerkmal besteht in den kompetenzorientierten authentischen Aufgaben, die in der virtuellen Welt – also im virtuellen Russland – und nicht im deutschen Klassenzimmer bewältigt werden sollen. Dies fördert nicht nur die Motivation der Studierenden, sondern bietet ein authentisches Training in realitätsnaher Umgebung. Im Einzelnen: die kommunikativen Aufgaben und sprachlichen Anforderungen werden interaktiv und vernetzt gelöst und nicht – wie bei herkömmlichem Unterricht – unabhängig voneinander. Methodisch decken sie decken den Aufenthalt in Russland von Anfang bis zum Ende ab. Die folgenden Inhalte werden aufgegriffen: Ankunft in Russland, Bewältigung kommunikativer Situationen im Flughafen oder bei der Zugfahrt, Einkäufe, Planung von Ausflügen und Freizeitaktivitäten, Campusleben (z.B. Anmeldung für Veranstaltungen, Bibliotheksbesuch, Studentenheim etc.) sowie das Ausfüllen der für die Abreise benötigten Papiere.
https://www.rubel.rub.de/5x5000/gewinner-runde-19

 

Evaluations- und Beurteilungskompetenzen: gleich für alle Lehrkräfte? Eine Analyse zwischen Anspruch und Status Quo. (gemeinsam mit Prof. Dr. Wolfgang Stadler)

Kompetenzorientierung im Russischunterricht wurde anfänglich wegen der linguistischen Schwierigkeiten des Russischen von vielen Lehrern mit Skepsis betrachtet. Sie stellt die Lehrer nicht nur im Unterricht, sondern auch bei der Bewertung von Schülerleistungen vor neue Herausforderungen. Das Projekt umfasst eine Bedarfsanalyse, deren Ziel es ist, Bewertungspraktiken von RussischlehrerInnen zu erheben und mehr über deren spezielle Bedürfnisse hinsichtlich des Testens und Bewertens im Russischunterricht zu erfahren. Ausgehend von den Bedingungen des Russischunterrichts in deutschsprachigen Ländern wurde ein Fragebogen entwickelt, pilotiert und an RussischlehrerInnen in Deutschland, Österreich, Südtirol und in der Schweiz versendet. Derzeit werden die Daten der mehr als 200 teilnehmenden Russischlehrer ausgewertet (Stand: Anfang März 2017).  Basierend auf der Bedarfsanalyse wird die Konzeption von ‘assessment literacy’ für Russischlehrkräfte entwickelt und Vorschläge für Änderungen in der Aus- und Fortbildung von RussischlehrerInnen gemacht.

 

What does the analysis of c-test gaps tell us about the construct of a c-test? A comparison of foreign and heritage language learners (gemeinsam Anna Timukova)

Der C-Test wird häufig als Instrument zur Beurteilung von allgemeiner Sprachkompetenz benutzt (Eckes & Grotjahn, 2006). Dabei wurden in der Fremd- und Zweitspracherwerbsforschung unterschiedliche Modelle der sogenannten allgemeinen Sprachkompetenz entwickelt, wie z.B. Basic Interpersonal Communication Skills (Cummins, 2008), Basic Language Cognition (Hulstijn, 2010), die allerdings nur die mündlichen Kompetenzen der Fremd- und Zweitsprachenlerner messen. Unser Projekt untersucht, welche Kompetenzen für das erfolgreiche Lösen eines C-Tests notwendig sind. Dabei wird die Sprachperformanz von 113 Fremdsprachenlernern des Russischen mit der Sprachperformanz von 89 Herkunftssprechern des Russischen verglichen. Der Schwerpunkt der Untersuchung stellt die Fehleranalyse einzelner Lücken dar. Das Projekt geht der Frage nach, ob der C-Test bei beiden Populationen dieselben Kompetenzen misst.

 

Eigene Fortschritte beim Lernen selbst beurteilen. Ja, aber wie? Einsatz von Selbstevaluation im Fremdsprachenunterricht an der Hochschule (gemeinsam mit Anastasia Nechaeva)

Die Entwicklung von Selbstbeurteilungskompetenzen gilt als eine der Voraussetzungen für das autonome Lernen beim Fremdsprachenlernen. Obwohl in der Literatur zur Selbstbeurteilung die Meinung vorherrscht, dass sich Selbstbeurteilung positiv auf die Lernmotivation, Förderung des autonomen und lebenslangen Lernens und auf den Lernerfolg auswirkt (Dlaska & Krekeler 2008; Luoma, 2014; Oscaron, 2014), gibt es nur wenige empirische Untersuchungen zur Entwicklung dieser Kompetenz. Dieser Beitrag stellt eine Studie vor, die untersucht, wie man Selbstevaluation so gestalten kann, dass die Lerner ihren Lernfortschritt nicht in kontextlosen Inhalten (z.B. Vokabeln zum Thema Reise oder Vergangenheitsformen), sondern in Kompetenzen beschreiben können. Russischlerner in kompetenzorientierten A1 und A2 Kursen am Sprachenzentrum einer Universität führen am Ende jeder Lektion eine Selbstevaluation in unterschiedlichen Formaten durch. Es wird u.a. untersucht, ob die Lerner, die regelmäßig ihre Fortschritte beim Russischlernen evaluieren, am Ende des Kurses mit ihren Lernfortschritten mehr zufrieden sind als die Kontrollgruppen (ohne Selbstevaluation), ob sie es einfacher finden, die Kursinhalte nach dem Kursabschluss zu rekapitulieren und ob sie motivierter sind, die Sprache weiter zu lernen. Außerdem wird der Frage nachgegangen, welche Form der Evaluation (u.a. geschlossene oder offene Fragebögen) sich für Studierende als hilfreicher herausstellt und warum.