Tagung zum Russischen als Herkunftssprache

Russisch als Familiensprache: Herkunftssprecher/-innen im Sprachunterricht

Vom 28.-29.3.2014 fand an der Ruhr-Universität Bochum eine Tagung zum Russischen als Herkunftssprache statt. Sie wurde vom Seminar für Slavistik / Lotman-Institut in Kooperation mit dem Fachverband Russisch & Mehrsprachigkeit organisiert. 

Thema der Tagung war die veränderte Situation des Russischunterrichts in Deutschland: Waren bis in die 1990er Jahre die Lernenden des Russischen überwiegend deutsche Mutter­sprach­ler/in­nen, so nehmen nun überwiegend Schüler/innen und Studierende aus russisch­spra­chi­gen Familien an diesem Unterricht teil. Viele von ihnen haben das Her­kunfts­land in früher Kindheit verlassen oder wurden bereits in Deutschland geboren, so dass sie das Russische ausschließlich im familiä­ren Kontext, d.h. als sogenannte Herkunftssprache, erworben haben. In den Vorträgen der Tagung wurde die Frage beleuchtet, wie die sprachliche Situation der Her­­kunfts­spre­cher/in­nen aussieht; in Workshops wurden didaktische Aspekte dieser Situation diskutiert und analysiert. 

Auf dieser Seite gibt es eine Rückschau auf die Tagung: Sie finden hier die Präsentationen zu den Vorträge sowie Materialien zu den Workshops und auch einige fotografische Impressionen.

Tagungsprogramm: Russisch als Familiensprache Programm.pdf (1.5M)

Registrierung.jpg Büchertisch.jpg Tanja Anstatt & Anka Bergmann.jpg Christina Clasmeier.JPG Workshop Leo Weschmann.JPG Gruppenarbeit Lehrwerke.JPG Grit Mehlhorn.JPG Hörsaal.JPG Büchertische 2.JPG Pausengespräche.JPG Jule Böhmer.JPG Ergebnispräsentation.JPG Natascha Brüggemann.JPG Julia Kukla.JPG Ergebnispräsentation 3.JPG Ergebnispräsentation 4.JPG Martin Schneider.JPG Ergebnispräsentation 2.JPG
 

Die Plenarvorträge

Prof. Dr. Tanja Anstatt (Bochum): Russisch als "heritage language" 

Tanja Anstatt ist Inhaberin des Lehrstuhls für Slavistische Sprachwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Einen ihrer Forschungsschwerpunkte stellt die Entwicklung des Russischen unter Migrationsbedingungen dar, hier interessiert sie sich speziell für den Erwerb dieser Sprache in der zweiten Generation der Migrant/innen.

Vortrag T. Anstatt.pdf (1.4M)

 

Prof. Dr. Anka Bergmann (Berlin): Herkunftssprecher/innen im schulischen Russischunterricht

Anka Bergmann ist Professorin für Fachdidaktik des Russischen an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie forscht zu individuellen sprachlernrelevanten Voraussetzungen der Lerner sowie (linguistischen) Aspekten ihrer Sprachproduktion, v. a. auf der Textebene. Derzeit arbeitet sie an dem Aufbau einer Datenbank zur russischen Lernersprache.

Vortrag A. Bergmann.pdf (2.2M)

 

Christina Clasmeier, M.A. (Bochum): Verbalaspekt und Herkunftssprecher/innen

Christina Clasmeier hat an der Universität Hamburg Slavistik und Psychologie studiert und ihr Magisterstudium mit einer Arbeit zum Verbalaspekt bei russisch-deutsch bilingualen Sprecher/innen abgeschlossen. Zur Zeit arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Slavistik der Ruhr-Universität Bochum und promoviert zur Psycholinguistik des russischen Verbalaspekts.

Vortrag Ch. Clasmeier.pdf (523.6K)

 

Prof. Dr. Grit Mehlhorn (Leipzig): Russisch als Familiensprache aus der Sicht der Beteiligten 

Grit Mehlhorn ist Professorin für Didaktik der slavischen Schulfremdsprachen an der Universität Leipzig. Gemeinsam mit Prof. Dr. Bernhard Brehmer (Universität Greifswald) erforscht sie die Rolle des familiären und schulischen Kontexts für die Nutzung der Herkunftssprachen Russisch und Polnisch durch Schüler/-innen mit Migrationshintergrund.

Vortrag G. Mehlhorn.pdf (592.9K)

Die Workshops

Dr. Jule Böhmer (Hamburg): Herausforderung Heterogenität - Möglichkeiten zur Förderung schriftsprachlicher Fähgkeiten im herkunftssprachlichen Russischunterricht 

Jule Böhmer hat nach ihrem Studium des Lehramts für die Oberstufe mit den Fächern Russisch und Geographie an der Universität Hamburg über deutsch-russische Biliteralität promoviert. Zurzeit macht sie ihr Referendariat an einem Hamburger Gymnasium. 

Workshop Böhmer Förderung schriftsprachlicher Fähigkeiten Präsentation.pdf (574.2K)

 

Dr. Natalia Brüggemann (Regensburg): Mündlicher Spracherwerb - unvollständiger Grammatikerwerb? 

Natalia Brüggemann ist Lehrkraft für besondere Aufgaben für Sprachwissenschaft am Institut für Slavistik der Universität Regensburg. Nach ihrem Studium der Slavistik und der Promotion mit einer Arbeit zum russischen Verbalaspekt war sie mehrere Jahre als Lektorin für Russische Sprache an der Universität Hamburg tätig. Hier sammelte sie didaktische Erfahrung in der Arbeit mit Herkunftssprechern des Russischen und beteiligte sich am Entwurf spezieller Curricula für Herkunftssprecher. Ihre Forschungsinteressen liegen im Schriftspracherwerb der Herkunftssprecher und in der mündlichen, unvollständig erworbenen Grammatik.

Workshop Brüggemann Mündlicher Spracherwerb Präsentation.pdf (2.2M)

Workshop Brüggemann Mündlicher Spracherwerb Zusammenfassung Fegert.pdf (23.7K)

Workshop Brüggemann Mündlicher Spracherwerb Vorbereitung Fegert.pdf (1.3M)

 

Dr. Julia Kukla (Bochum): Lehrwerke für Herkunftssprecher/innen: Analyse und Einsatzmöglichkeiten im Russischunterricht

Julia Kukla ist Lektorin für Russisch am Seminar für Slavistik / Lotman-Institut der Ruhr-Universität Bochum. Sie studierte u.a. Slavistik und Sprachlehrforschung in Hamburg und promovierte dort in slavistischer Sprachwissenschaft mit einer Arbeit zum russischen Verbalsubstantiv. Julia Kukla verfügt über langjährige Erfahrung im universitären und außeruniversitären Russisch- und Deutschunterricht und forscht u.a. in den Bereichen Verbalaspekt und Sprachdidaktik.

Workshop Kukla Lehrwerke Russisch als Herkunftssprache Präsentation.pdf (649.5K)

Workshop Kukla Lehrwerke Russisch als Herkunftssprache Literaturliste.pdf (111.4K)

Workshop Kukla Lehrwerke Russisch als Herkunftssprache Kriterienkatalog Lehrwerkanalyse.pdf (17.6K)

 

Dr. habil. Martin Schneider (Düsseldorf / Bochum): Bestimmung von Problemfeldern in schriftlichen Arbeiten von Herkunftssprecher/innen des Russischen

Martin Schneider ist seit 2002 Fachdezernent für Russisch in Nordrhein-Westfalen in der Bezirksregierung Düsseldorf und leitender Regierungsschuldirektor; daneben ist er als Lehrbeauftragter für Russischdidaktik an der Ruhr-Universität Bochum tätig. Davor war er u.a. als Russischlehrer und Fachberater an der Deutschen Botschaft Moskau tätig. Nach dem I. und II. Staatsexamen promovierte Martin Schneider an der Ruhr-Universität Bochum und habilitierte sich an der MGU in Moskau. Martin Schneider publizierte Arbeiten zur russischen Literatur sowie zur Fachdidaktik und gab verschiedene Lehrbücher und Unterrichtsmaterialien heraus.

Workshop Schneider Problemfelder schriftliche Arbeiten Ergebnisse.pdf (965.5K)

 

Dr. Leo Weschmann (Bochum): Multimediale Lernprogramme und internetbasierte Lernressourcen im Russischunterricht

Leo Weschmann ist seit 2010 Institutsleiter des Russicums am Landesspracheninstitut in der Ruhr-Universität Bochum, wo er bereits seit 1990 als Russischdozent tätig ist. Er studierte Slavistik, Anglistik und Erziehungswissenschaften in Münster, Sussex und Moskau und promovierte in Slavistik.

Workshop Weschmann Multimediale Lernprogramme.pdf (187.3K)